The Invention Of Lying – Die Erfindung des Lügens…
… ist ein Film des britischen Schauspielers, Regisseurs, Produzenten und auch Autor Ricky Gervais, bekannt durch seine Rolle in der amerikanischen Erfolgsserie “The Office”.
Der Film spielt in einer alternativen Realität, in der das Konzept von Wahrheit und Lüge nicht existiert. Es gibt keine Religionen, Notlügen oder Unwahrheiten und auch keine Vertrauensprobleme. Jeder sagt was er gerade denkt und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Mark Bellison (Gervais) ist ein fetter Verlierer und ein erfolgloser Autor und niemand lässt sich die Gelegenheit entgehen ihm das ins Gesicht zu sagen. Als er – nicht unwartet – seinen Job verliert, der daraus besteht Drehbücher für Vorlesesendungen mit dem Thema Geschichte des 13. Jahrhunderts zu schreiben, er daraufhin seine Miete nicht bezahlen kann und von seinem Vermieter vor die Wahl gestellt wird die Miete zu zahlen oder innerhalb eines Tags die Wohnung zu räumen macht er sich auf den Weg zur Bank um mit seinen letzten 300$ einen Umzugstransporter zu mieten. Dort angekommen bittet er die Dame am Schalter sein Konto aufzulösen. Da das Computersystem der Bank jedoch ausgefallen ist kann sie ihm nur anbieten den Restbetrag seines Kontos abzuheben. In einer Welt ohne Lügen ist dazu kein Computer nötig. Eine einfache Frage wieviel er denn noch auf seinem Konto habe reicht da völlig aus. Und das ist der Moment in dem Mark die zündende Idee kommt. Nach kurzem Zögern bittet er um 800$ (um seine Miete zu bezahlen). In diesem Moment macht sich der Computer des Bankschalters bemerkbar, die Angestellte der Bank hat plötzlich doch Zugriff auf sein Konto, sieht dass er nur noch 300$ auf seinem Konto hat, glaubt allerdings eher dass es sich um einen Computerfehler handelt, als dass Mark “etwas sagen würde, was nicht ist”, zahlt ihm 800$ aus und entschuldigt sich für die Umstände.
Und plötzlich wird ihm klar, dass er mit dieser “Erfindung”, in einer Welt, in der ihm alles geglaubt wird alles haben kann. Seine Freunde glauben ihm ohne mit der Wimper zu zucken, er sei ein schwarzer Eskimopirat und außerdem ein einarmiger deutscher Astronaut.
Die Idee hinter “The Invention of Lying” ist ein wirklich faszinierendes Thema und man hat sich Mühe gegeben sie so glaubwürdig umzusetzen wie möglich, aber die Nichtexistenz von Lügen und den Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft, Kultur und Entwicklung ist meiner Meinung nach zu komplex um sie innerhalb von 100 Minuten glaubwürdig darzustellen. Zusätzlich leidet dieser dem Titel nach Hauptaspekt des Films darunter, dass es sich um eine Liebeskomödie handelt. Jennifer Garners Charakter Anna, Marks Traumfrau, spielt leider in einer ganz anderen Liga, aber scheint für diesen dank seiner “Erfindung” plötzlich etwas erreichbarer. Sie sieht in ihm nicht mehr einen fetten, stupsnasigen Verlierer, sondern einen intelligenten und lustigen, stupsnasigen, fetten Freund mit schlechten Genen.
Im Großen und Ganzen ist der Film sicher unterhaltend und amüsant, aber konzentriert sich meiner Meinung nach zu sehr auf das Thema “Erkennen innerer Werte” als auf die Auswirkungen, die Marks Lügen auf diese alternative Realität haben müssten. Und leider endet das ganze dann auch noch in einer typischen Traualtarszene. Nach der Frage ob jemand gegen die “Verheiratung” von Anna und Brad Kessler (Rob Lowe), Marks verhasstem Exkollege, jemand Einspruch erheben möchte und Mark Anna klarmacht, dass er der richtige für sie ist folgt ein klischeehaftes Happy End.